Verlauf einer Session beim FCC

         

         

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

    

Karneval – vom 11.11. bis Aschermittwoch ?

Die Schützenfestsaison ist noch in vollem Gang, da wirft bereits die kommende Karnevalssession ihre Schatten voraus.

Die Garden der Roten Funken fahren das Trainingsprogramm während der Sommermonate zwar etwas herunter, ganz hören sie mit dem Training jedoch nicht auf.

Im Schafstall besteht gerade im Sommer die Möglichkeit zum Groß-Reinemachen und Aufräumen sowie zum Auffüllen der Bestände. Für die fleißigen Hände um Peter Fischer und Alois Henneken gibt es rund um das Vereinshaus des FCC aber das gesamte Jahr über reichlich zu tun. Neben den üblichen Unterhaltungsarbeiten, wie etwa Rasenmähen oder Streicharbeiten fällt auch manche Reparatur an, die umgehend erledigt wird, damit das Schmuckkästchen des Vereins auch künftig seinen tadellosen Zustand beibehält.

Der August führt dann die Vereinsmitglieder beim Sommerfest erstmals wieder zusammen. Nach der traditionellen Orientierungsrallye durch das Bürener Land gilt es abends rund um den Schafstall unbeschwert und ohne Programm zu feiern. Sicherlich wird da auch schon mancher Prinzenkandidat ausgeguckt, denn die Generalversammlung des FCC im Oktober ist schließlich nicht mehr allzu weit entfernt.

Für den Vorstand und Elfferrat steht zuvor jedoch noch der Besuch beim alljährlichen Kongreß des Bundes Westfälischer Karneval auf dem Programm, man will ja auch überregional auf dem Laufenden bleiben.

Neben der Prinzenwahl, unbestrittener Höhepunkt einer jeden Jahreshauptversammlung, bildet der Schafstall auch einen würdigen Rahmen für die Ehrung zahlreicher Jubilare, die dem Verein über Jahrzehnte die Treue gehalten haben. Doch ungeteilte Aufmerksamkeit findet in jedem Fall der Tagesordnungspunkt Prinzenwahl. Oft haben sich im Vorfeld bereits Favoriten für das Amt des närrischen Regenten herauskristallisiert, doch die Satzung erfordert die Aufstellung von mindestens drei Kandidaten und so hat die Wahl doch schon die ein oder andere Überraschung hervorgebracht. Nicht immer flossen nach der Wahl nur Tränen der Freude...

Ist der neue Regent gefunden, bleibt ihm sowie dem Vorstand und Elferrat nicht mehr viel Zeit bis zum Karnevalsauftakt am 11.11. und damit zur Findung des Mottos der kommenden Session.

Pünktlich um 11.11. Uhr erscheinen die Symbolfiguren des Fürstenberger Karnevals, der Hoppeditz, der Bär, der Storch und der Teufelsgeiger unter Salutschüssen aus dem Kellergewölbe des alten Gerichts am Kirchplatz, in dessen Keller sich übrigens tatsächlich noch sieben enge Kerkerzellen befinden. Manch einem Besucher des närrischen Treibens geht das „Helau" zwar noch etwas schwer über die Lippen, dies ändert sich jedoch spätestens nach dem ersten Schnäpschen. Der Marsch und das Abholen des Prinzen zum traditionellen Fischessen bilden den Abschluß des Auftakttages der närrischen Session.

Offiziell proklamiert wird der Prinz beim Karnevalsauftakt am ersten Wochenende nach dem 11.11. in der Schützenhalle. Dort gibt er sein Motto bekannt, haben die Funkengarden ihren ersten Auftritt der Session und stimmen sich alle Karnevalsjecken auf die fünfte Jahreszeit ein.

Die folgenden Wochen stehen dann ganz im Zeichen der Vorbereitung auf den

„Großen Galaabend des FCC", der ca. 3 Wochen vor dem Rosenmontag in der Schützenhalle gefeiert wird. Der Prinz wie auch andere Wagenbauer beginnen derweil bereits im alten Jahr mit der Planung und dem Bau ihrer Wagen, gilt doch auch hier das altbekannte Sprichwort: „Das Ende trägt die Last".

Auch für Vorstand und Elferrat ist es spätestens jetzt mit der Ruhe vorbei, muß die Halle doch karnevalstauglich hergerichtet werden. Da gilt es, das Bühnenbild herbeizuschaffen und aufzubauen und insbesondere die beim Publikum sehr geschätzte Tribüne zu errichten. Nicht wiederzuerkennen ist das Schützenhaus spätestens bei der Generalprobe für den Galaabend, für die Aktiven die letzte Gelegenheit, Verbesserungen oder Korrekturen an ihrem Auftritt vorzunehmen.

Diesen Aktiven sowie dem Vorstand und Elferrat fällt zwar nach dem letzten Programmpunkt am Galaabend ein erster Stein vom Herzen, doch nun heißt es umzudenken und sich auf die Veranstaltungen, auf die sich sämtliche Karnevalisten freuen, nämlich die tollen Tage vorzubereiten.

Die Wochenenden sind nun geprägt von Besuchen bei Veranstaltungen befreundeter Vereine, etwa den Karnevalsgesellschaften aus Essentho, Borchen, Altenbeken, Giershagen, Scharmede, Boke und Willebadessen, zu denen der FCC über Jahre gute Kontakte pflegt.

Die Woche über jagt eine Ausschusssitzung die andere.

Die Weiberfastnacht beginnt zunächst gemütlich und zünftig mit einem gemeinsamen Frühstück der närrischen Weiber, sämtlich verkleidet als Hexen, nimmt dann jedoch gegen 11.11 Uhr beim Sturm auf das Rathaus der Stadt Bad Wünnenberg in Fürstenberg rasch rasante Fahrt auf. Und manche haben nicht viel Zeit zum Auftanken und Neukostümieren bis zum Auftakt der Weiberfastnachtsparty im Schafstall.

Der Freitag gibt Gelegenheit zum Ausnüchtern beim Aufräumen im Schafstall und Herrichten der Schützenhalle für den Kinderkarneval, bei dem am folgenden Samstag ein Festsaal in Rekordzeit „auf links" gedreht wird. Vorbildlich für manch großen Narr ist die ausgelassene Stimmung der jüngsten Karnevalisten Fürstenbergs und der Umgebung.

Alles steht natürlich bereits im Schatten des Großen Rosenmontagszuges. Vorstand und Elferrat besprechen Informationen und Neuigkeiten mit den am Zug teilnehmenden Gruppen und Musikvereinen letztmals eine Woche vor dem Umzug bei einem kleinen Imbiss am Schafstall. Dort wird auch die Presse mit den letzten heißen Informationen zum Zug versorgt.

Dass Sicherheit und Ordnung im Zug tatsächlich großgeschrieben werden, beweist der FCC durch die Abnahme sämtlicher am Zug teilnehmenden

Gefährte. Dabei führt der Weg am Karnevalssamstag nicht nur in die verschiedenen Baustandorte Fürstenbergs, sondern mittlerweile auch nach Brenken, Tudorf, Borchen und insbesondere nach Haaren, wo Wagen für den Zug in Fürstenberg gebaut werden. Elferrat und Vorstand sind auch am Karnevalssonntag unermüdlich im Einsatz und sammeln in Fürstenberg Hochprozentiges, um es am folgenden Rosenmontag an die Zugteilnehmer weiterzugeben.

Bevor sich dieser Zug dann nach 13 Uhr schließlich in Bewegung setzt, sind ab frühmorgens einige organisatorische Klippen zu umschiffen, bis jeder Wagen an seinem Standort aufgefahren, jede Fußgruppe ihren Abmarschpunkt erreicht und jede Musikkapelle ihren ersten Auftritt gefunden hat. Ganz nebenbei werden Sprecherplätze hergerichtet, Bier- und Imbisstände aufgerüstet....

Einige Stunden später, nach Erreichen der Halle, fällt von so manchem Vorstandsmitglied einiges an Last ab, doch so ganz lässt einen die Pflicht allerdings immer noch nicht los, gilt es doch während des „Großen Rosenmontagsballes" die schönsten und ausgefallensten Kostüme zu prämieren.

Und letztendlich wartet noch der Veilchendienstag auf die Mitglieder von Vorstand und Elferrat, die bei der traditionellen Sammlung durch das gesamte Dorf nebenbei erste Reaktionen auf den Rosenmontagszug einfangen können.

Und ist man dann schließlich wieder im Schafstall angelangt, heißt es bis 24 Uhr Abfeiern und zum bitteren Ende dem Hoppeditz „Lebwohl" sagen, der im Beisein aller unverwüstlichen Narren vor dem Schafstall verbrannt wird.

Das war sie dann, eine „ganz normale" fünfte Jahreszeit.