Rosenmontagszug beim FCC

         

         

 

Umzüge durch den Ort gab es bereits in den frühen 1920er Jahren, doch der erste offizielle Rosenmontagszug lief im Jahr 1938 durch die Straßen Fürstenbergs.

Dieses Jahr wird auch als das offizielle Gründungsjahr des Fürstenberger Carnevals Club e.V. registriert.

Erster Prinz des FCC war Emil I. Falke. Spektakulärer Höhepunkt des zweiten Zuges im Jahr 1939 war der Unfall des Prinzenwagens von Prinz Ferdinand I. Beyermann, der umstürzte, den Zug aber letztlich doch bis zum Ende mitfahren konnte.

Nur schleppend kam das Rosenmontagstreiben nach dem Ende des zweiten Weltkrieges wieder in Gang. Erst im Jahr 1950 fand der erste Umzug statt, mit Prinz Alfons I. Bohnenpoll, dem späteren Ortsvorsteher Fürstenbergs an der Spitze. Weitere 2 Jahre Pause traten ein, ehe es 1953 weiterging und schließlich 1954 Prinz Meinolf I. Rörig mit dem längsten Motto der Vereinsgeschichte durch die Straßen Fürstenbergs rollte:

„ Prinz Meinolf, dieser tolle Knabe, verscheuert unsere ganze Habe, Aatalsperre, Amtsverwaltung, Ziegenzucht und Bullenhaltung, Hassel, Körtge, Kallental, watt datt wuel nau weren sall ?".

1957 machte der Kater-Club den FCC wieder mobil, was spätestens zwei Jahre später durch den einen schwarzen Kater darstellenden Prinzenwagen von Prinz Gerhard I. Schäfer dokumentiert wurde, und von da an tat sich wieder etwas auf Fürstenbergs Straßen.

1958 war das Prinzenjahr von Johannes II. Drüppel, dem ältesten lebenden Prinzen des FCC. Leicht ins Schlingern geriet das Narrenschiff wieder in den frühen 60er Jahren, als Günter I. Drüke 1961 sein Narrenschiff nach dem Rosenmontagszug verließ und im nächsten Jahr in einer Mondrakete erneut als stolzer Prinz im Karneval auftreten mußte.

25-jähriges Vereinsjubiläum wurde im Jahr 1963 mit dem heutigen FCC-Präsidenten Hubert I. Trusch an der Spitze und dem immer passenden Motto: „ Früher wie heut, Spaß an der Freud` " gefeiert. Wohl etwas zu heftig, legten die Narren doch im darauf folgenden Jahr 1964 erneut eine Pause ein. Dies sollte bis zum Jahr 1991 (Golfkrise) allerdings die letzte Unterbrechung sein.

Höhepunkt des Zuges war zweifellos immer die Ansprache des Prinzen, früher vor den Häusern der Bürgermeister Clausmeyer und Bohnenpoll, danach lange auf dem Kirchplatz vor dem ehemaligen Gericht der Herren von Westphalen sowie die anschließende Schlüsselübergabe durch den Bürgermeister/Ortsvorsteher an den Prinzen. Derzeit wird der Schlüssel dem Prinzen zu Beginn des Zuges am Startort, dem Gebäude der Stadtverwaltung in der Poststraße überreicht. Seit dem Jahr 2010 verläuft der Zugweg von der Poststraße über die Forstenburgstraße, den Kirchplatz, die Kirch- und Pickelstraße wieder auf die Forstenburgstraße bis zur Schützenhalle mit Zugvorstellungen an der Stadtverwaltung, in Höhe der evangelischen Kirche sowie am Gasthof Hartong. Die Themenpalette reichte bei den früheren Zügen, ähnlich wie heute, von örtlichen über regionale Themen bis zur Weltpolitik. So nahm sich etwa der Zug im Jahr 1966 des Vietnam-Krieges mit dem rasenden Reporter aus Fürstenberg, Ernst Günther, der den FCC über Jahrzehnte mit Bildmaterial von sämtlichen Veranstaltungen des Vereins versorgte, an.

Ab dem Jahr 1968 und unter der Regentschaft von Prinz Alois I. Henneken (Pollmann) stand der Prinz nicht nur im Mittelpunkt des Rosenmontagszuges, erstmals wurde auch der Saalkarneval beim „Großen Gala-Abend des FCC " zünftig gefeiert (Geschichte des Gala-Abends an anderer Stelle).

Prinz Johannes IV. Kleinschnittger war der erste Prinz des FCC, der die Schlüssel der Gemeinde auf dem Kirchplatz erhielt. Jugend auf dem Vormarsch hieß es im Jahr 1972, stand mit Ulrich I. Ebbers zum einen einer der jüngsten Prinzen der Vereinsgeschichte an der Spitze, zum anderen wurde der Prinz erstmals von einem Kinderprinzenpaar, nämlich Andreas Günter und Fidelis Schäfer, unterstützt, die in einer Pferdekutsche durch die Straßen der Gemeinde rollten. Auch die Größe und der Umfang der Festwagen veränderten sich. Immer phantasievoller und perfekter wurde in den verschiedenen Scheunen Fürstenbergs gebaut, dabei war die Hilfe seitens des Vereins mangels entsprechender Mittel längst nicht so groß wie heutzutage. Idealismus war in erster Linie gefragt. Die heutige Wagenbauergeneration erfreut sich hingegen einer großzügigen Unterstützung durch den FCC. Vorstand und Elferrat sorgen das Jahr über dafür, daß die Holzvorräte aufgefüllt werden, Bauholz, Farben und Dekorationsartikel werden kostenlos an die Wagenbauer weitergegeben. Auch die Platznöte sind durch den Umbau des Schafstalls weitgehend behoben. Der Verein sah sich durch den Abriss oder Umbau vieler Scheunen, die früher in den Wintermonaten zum Wagenbauen genutzt wurden, zunehmend mit der Frage konfrontiert, wo überhaupt noch Wagen gebaut werden konnten. Im Vereinshaus des FCC sieht man heute während der heißen Bauphase die verschiedensten Gruppen neben- und miteinander ihre Wagen fertigstellen. Gelegenheit insbesondere für junge Wagenbauer, deren Zahl leider etwas zu wünschen übrig läßt, den „alten Hasen " über die Schulter zu schauen. 40 Jahre FCC hieß es im Jahr 1978 unter der Regentschaft von Prinz Hubert II. Rörig. Das Jubiläumswetter hätte besser sein können, doch bis auf die Jahre 1987, das Jahr des „Eisprinzen" Heiko I. Werner und das Jahr 1990, dem Zugabbruch wegen Sturms unter der Regentschaft des heutigen FCC-Vorsitzenden Wolfgang I. Ebbers, standen die Fürstenberger Narren mit dem Wettergott stets im Bund.

1978 fand die Wahl des Prinzen erstmals nicht mehr während einer Sitzung von Vorstand und Elferrat in einer Fürstenberger Gastsätte, sondern erstmals im Rahmen der Generalversammlung statt. Erster dort gewählter Prinz wurde das verstorbene Ehrenmitglied Rudi I. Fischer, der mit stattlichen 63 Jahren an der Spitze der Narretei stand und seiner Regentschaft mit seinem Prinzenwagen, einer überdimensionalen Zigarre, wie auch manch anderer Prinz, eine ganz persönliche Note verlieh. Wie auch viele Mottos die Einstellung des Prinzen zum Karneval zeigten, etwa bei FCC-Urgestein Herbert I. Müller mit seinem Motto im Jahr 1977: „Bier, Wein, Weib und Gesang, beim FCC ein Leben lang".

Ausgelassen und unbeschwert feiern, aber die Sicherheit von Teilnehmern und Besuchern immer im Auge behaltend, das war und ist das Motto des FCC für die Rosenmontagszüge in Fürstenberg. Bereits im Jahr 1975 war die Alkoholausgabe an die Zugteilnehmer reglementiert (so erhielt damals jeder erwachsene Zugteilnehmer 3 Flaschen Bier), durch vereinseigene Ordner und zusätzliche Sicherungskräfte der Feuerwehr und der Polizei ist die Sicherheit und Ordnung im und am Zug bis heute ständig gewährleistet, koordiniert von der Zugleitung in Person von Johannes Günter, später Alois Henneken, danach Michael Förster, Reinhard Greifenhagen, Ulrich Henneken sowie heute Heinrich Henneken und Matthias Stork. Aus Gründen der Verkehrssicherheit wurde im Jahr 1983 auch der Zugweg erheblich gekürzt und der Umzug durch die Eschesiedlung eingestellt.

1982 fuhr erstmals die von Herbert Müller und dem ehemaligen FCC-Ehrenpräsidenten Hans-Josef Schäfer gestiftete Vereinsstandarte im Zug mit, die seitdem bei keinem Ausmarsch des FCC fehlen darf und von den Standartenträgern wie ein Augapfel gehütet wird.

50-jähriges Vereinsjubiläum bei strahlendem Sonnenwetter wurde im Jahr 1988 gefeiert. Anlässlich dieses Jubelfestes trafen sich alle noch lebenden Prinzen und stellten sich zum Gruppenfoto vor dem Schloss der Grafen von Westphalen auf. Dieses Treffen war gleichzeitig die Geburtsstunde des „Alt-Prinzenkommittees", dass sich seither einmal während der Session trifft, einen eigenen Kommitteewagen gebaut hat und diesen am Karnevalssamstag in gemütlicher Runde für den Rosenmontagszug herrichtet.

Ein ganz besonderes Jubiläum stand 1989 an, wurde mit Ferdinand Beyermann doch der Prinz des Jahres 1939 für sein 50-jähriges Prinzenjubiläum vom damaligen FCC-Präsidenten Reiner Förster geehrt.

Danach folgten zwei schwere Jahre für den Verein. Im Jahr 1990 mußte der Rosenmontagszug wenige Meter nach seinem Start wegen zu heftiger Sturmböen abgebrochen werden. Die prächtigen Wagen mit dem Schwerpunktthema Deutsche Wiedervereinigung und der Durchfahrt durch die Berliner Mauer verschwanden somit beinahe unbestaunt wieder in den Scheunen. Neben der vielen vergeblichen Arbeit fehlten dem Verein auch die Einnahmen durch den Zug und auch im kommenden Jahr bedeutete der Krieg am Golf nach wochenlangem Bangen und Zittern schließlich doch das Aus für die Veranstaltungen der Session 1991. Der Verein erfuhr in diesen schwierigen Jahren immense Unterstützung durch die Bevölkerung Fürstenbergs. Dies half auch den Aktiven schnell über den Frust hinweg und spätestens 1993, beim 25-jährigen Gala-Abend war aller Ärger wieder vergessen.

In den 90er Jahren wandelte sich der Rosenmontagszug dann doch ein wenig. Prägten bis dahin einige wenige große und aufwendige Wagen die Umzüge – unvergessen sicher das Segelschiff im Jahr 1982 sowie der Drache im Jahr 1984 - so ging die Zahl der Großwagen stetig zurück und immer mehr bunte und phantasievoll verkleidete Fußgruppen traten auf den Plan. Ein Grund hierfür ist sicherlich auch, dass immer mehr auswärtige Gruppen am Zug in Fürstenberg teilnehmen, für die die Anfahrt mit Festwagen naturgemäß schwierig ist.

Seit Jahren kommen auswärtige Besucher mit dem vom NPH geförderten Sonderbusverkehr zum närrischen Treiben an die Karpke.

Der FCC hofft natürlich auch für die Zukunft auf rege Teilnahme an den Rosenmontagszügen in Fürstenberg, die Närrinnen und Narren aus Fürstenberg und der gesamten Umgebung sind stets herzlich willkommen. Gleiches gilt natürlich auch für das Interesse am Prinzenamt, denn wie heißt es doch so schön:

„Ach wär ich nur ein einz`ges Mal, ein stolzer Prinz im Karneval, das wär` zu schön, um wahr zu sein".