Wesentlich jünger als Straßenumzüge ist der Saalkarneval in Fürstenberg.
Es dauerte bis zum Jahr 1968, ehe sich der damalige Vorstand und Elferrat
entschied, in Fürstenberg einen Büttenabend abzuhalten.
Nach wochenlangen Proben, manchem Zittern und Bangen und mit viel
Lampenfieber hob sich der Vorhang zum 1. Gala-Abend. Unter der Regentschaft
von Prinz Alois I. Henneken und der Regie von Präsident Hans-Josef Schäfer
sowie des Vereinsvorsitzenden Hubert Trusch schwangen fortan Funkenmariechen
ihre Beine, strapazierten Büttenredner die Lachmuskeln und heizten Sängerinnen
und Sänger dem Publikum mächtig ein.
Dem Namen Gala-Abend machte das Publikum alle Ehre. Anders als auf
sonstigen Büttenabenden erschienen die Besucher stets in feinem Zwirn. Zwar
kleidet man sich heute etwas legerer, allerdings sucht man die sonst in der 5.
Jahreszeit unerlässliche Verkleidung nach wie vor vergeblich.
So mancher Stern ging in den folgenden Jahren auf der FCC-Bühne auf und
leider auch wieder unter. Unvergessen die Gesangsdarbietungen von Bernd
Rölleke/ Heinz Geining sowie von Michaele Meier (Günter), die Auftritte der
verschiedenen Ortschronisten Günter Drüke, Hubert Trusch, Fritz Breidenbach
oder Winfried Schweins und der Gruppe „Mensch, ärgere Dich nicht ", die so
manchen durch den Kakao zogen, Schadenfreude verbreiteten und Angstschweiß
hervorriefen.
Manche Anekdote läßt sich auch von den Versuchen des Vereins erzählen, eine
geeignete und praktikable Lösung für den Kartenvorverkauf zu finden.
Für die jedes Jahr auf`s Neue heiß begehrten Eintrittskarten legte man sich
auch schon mal im Schlafsack vor die Türen der Vorverkaufsstellen oder
übernachtete im Auto davor. Und der Erhalt von Karten war dann oft genug
Anlass für eine zünftige Sause. Spätestens ab 13 Uhr standen die Närrinnen und
Narren dann bei Wind und Wetter vor der erst ab 18 Uhr geöffneten
Schützenhalle an, um sich die besten Plätze zu sichern, immer auf die Gefahr
hin, beim alljährlichen Einlasschaos wieder überrumpelt zu werden.
Erst mit dem Aufbau einer nach hinten ansteigenden Zuschauertribüne und der
Einteilung der Plätze in Sitzkategorien schien die beste Lösung gefunden, doch
das größte „Problem" dürfte nach wie vor das riesige Interesse am Gala-Abend
sein.
Eine Bestätigung für den Verein, der über Jahre hinweg versucht hat, die
richtige Mischung aus Tanz, Gesang, Witz und Show zu finden.
Nicht nur in puncto Sitzkomfort hat sich in über 25 Jahren Gala-Abend in
Fürstenberg einiges verändert.
Wurden die ersten Veranstaltungen noch im unteren Teil der Schützenhalle (heutiger Zuschauerraum) gefeiert und der Elferrat blickte von der alten
Musikbühne auf die Jecken hinunter, bezog man nach Fertigstellung des
Hallenanbaus im Jahr 1979 diesen Teil der Halle sofort ein. Das erhöhte Niveau
im neuen Teil der Schützenhalle erwies sich für den FCC als Glücksfall, weil sich dem Publikum von Beginn an ein guter Blick auf die Bühne und die
Aktiven bot.
Neue Maßstäbe wurden schließlich anlässlich des 25-jährigen Jubiläums im
Jahr 1993 mit der Gestaltung des Bühnenbilds gesetzt. Die naturgetreu wirkende
Kulisse, bestehend aus dem Schloß der Grafen von Westphalen sowie den um den
Kirchplatz angesiedelten Gebäuden, bildete einen beeindruckenden
Hintergrund für die Darbietungen auf der Bühne, die seit Jahren vom
Gala-Abendausschuss vorbereitet und
deren Abfolge durch das Team hinter den Kulissen (heute Ulrich Henneken,
Michael Förster und Peter Klaaßen) gesteuert wird. Nachdem das Schloß als Kulisse ausgedient hatte, traten die Akteure jahrelang vor einer Opernhauskulisse und seit dem Jahr 2011 in einer Zirkusarena auf. Neben Vorstand und Elferrat hat sich der Malkreis Fürstenberg in besonderer Weise um das neue Bühnenbild des FCC verdient gemacht.
Aufwendige Licht- und Toninstallationen runden das Bild einer mittlerweile
professionell geplanten und durchgeführten Veranstaltung, die auch in puncto
Programmgestaltung neben den bewährten Programmpunkten wie den Auftritten der
Tanzgarden der Roten Funken, dem Herrenballett oder der Verleihung des Ordens
„Narr des Jahres" immer wieder für Überraschungen gut ist.
Der Titel „Narr des Jahres" wird seit 1986 an eine Person verliehen, die
sich um den Karneval in Fürstenberg in besonderer Weise verdient gemacht hat,
ohne zugleich als aktiver Karnevalist in vorderster Front zu stehen. Mit
dieser Auszeichnung wurden oftmals Menschen versehen, die durch
aussergewöhnliche Gesten oder selbstloses Handeln ihre Verbundenheit mit dem
heimischen Karneval gezeigt und sich damit in besonderer Weise auch um die
Dorfgemeinschaft verdient gemacht haben.
Der erlauchte Kreis der „Narren der Jahre" umfaßt derzeit 20
Ordensträger, die 25 Jahre durch einen humorvoll vorgetragenen Lebenslauf von
Ordinarius Jürgen Sarrazin auf dem Gala-Abend vorgestellt worden sind und
deren Namen erst durch diese Erläuterungen bekannt gemacht wurden. 2010 beendete Sarrazin seine Karriere als Ordinarius und seit dem Jahr 2011 wird für den neuen Jahr des Jahres jetzt ein roter Teppich ausgerollt.
Als kleines Dankeschön erhalten Aktive und Gäste den jeweiligen Sessionsorden und ausgewählte Akteure des Gala-Abends zudem den Hausorden des
FCC, der neben den Symbolfiguren des Fürstenberger Karnevals, dem Bären, dem
Teufelsgeiger, dem Storchen sowie dem Hoppeditz die Fürstenberger Hexe sowie
eine Ansicht des Dorfes zeigt und von Jürgen Sarrazin in Zusammenarbeit mit
Regina Henkel entworfen wurde. Beide zeichnen auch für den eigens zum Kongress
des Bundes Westfälischer Karneval 2000 in Fürstenberg herausgebrachten Orden
verantwortlich. Rechtzeitig zum Treffen
der westfälischen Karnevalisten wurde auch ein weiterer Bauabschnitt mit dem
neu gestalteten Eingangsbereich in der Schützenhalle fertiggestellt, die damit
neben der bekannt guten Dekoration und Ausstattung durch den
Hallenbauausschuss des FCC eine weitere Aufwertung
erfahren hat.
Die Narren der Jahre
1986 August Henneken
1987 Johannes Rinschen
1988 Günther Schmidt
1989 Gisela Drüppel
1990 Johannes Weitekamp
1991 -----------------------
1992 Eva Günther
1993 Harras Sarrazin
1994 Hubert Gödde
1995 Winfried Meise
1996 Franz Hartong
1997 Herbert Droste
1998 Gerhard Henkel
1999 Luise Günter
2000 Regina Henkel
2001 Bernhard Nolte
2002 Franz Müller
2003 Edith Mause
2004 Ernst Günther
2005 Matthias Gössling
2006 Luise Schäfer
2007 Winfried Menne
2008 Bernhard Holtkamp
2009 Heiner Kramps
2010 Gabi Mühlenbein
2011 Magda Stratmann